Die Löschgruppe Ostentrop der Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde Finnentrop

Feuerlöschwesen gab es in Ostentrop bereits vor der Gründung der Löschgruppe, wie z.B. der im Gemeindearchiv Finnentrop gelagerte und nachfolgend zitierte Brief beweist.

Ostentrop, den 12. Dezember 1922
Herrn Gemeindevorsteher Feldmann Bamenohl
zur gefälligen Kenntnisnahme:

Die Feuerwehrspritze der Ortsgemeinde Ostentrop ist, was Güte und Leistungsfähigkeit anbelangt, „gut“, die drei Wasserschläuche, jeder Schlauch 10 m lang, und das kupferne 1,25 m lange Mundstück dazu, noch „gut“, die ledernen Wassereimer noch „ziemlich gut“.

Die Feuerspritze wird jedes Jahr im Frühjahr probiert. Die ledernen Eimer habe ich 1920 mit Gamsfett geschmiert, am Spritzenhäuschen ist 1920 etwas repariert, welches aus Sammelgeldern bestritten ist.
Auch jetzt ist der südliche Giebel (First) etwas reparaturbedürftig, werde schon Sorge tragen diesbezüglich und Ihnen dann Mitteilung machen.

Joh. Tönnesmann


Die Löschgruppenführer

Die Löschgruppe Ostentrop wurde 1949 durch Franz Rohrmann gegründet, der auch als „Hürwels Doktor“ bekannt war.

Brandmeister und erster Löschgruppenführer war von 1952 bis 1966 Josef Schulte (genannt „Eppes“).

Ihn löste 1967 sein Schwiegersohn ab. Brandmeister Siegfried Meyer führte die Löschgruppe bis 1976, dann wurde er Gemeindebrandmeister. In dieser Funktion blieb er bis zu seinem 60. Geburtstag 2000.

Als nächster Löschgruppenführer wurde Brandmeister Johannes Schröder eingesetzt.

Er wurde 1980 in Personalunion Zugführer des Zuges III Frettertal. Zum Zug gehörten damals die Löschgruppen Fretter, Ostentrop, Schöndelt, Schliprüthen und Serkenrode.

1985 übernahm sein Bruder, Brandmeister Meinolf Schröder die Löschgruppe, die er bis zum 31.01.2009 führte.

Die Führung wurde auf der Jahresdienstbesprechung am 07.02.2009 im Saal Melcher an Brandmeister Jan Wichert übergeben, anwesend waren auch Bürgermeister Dietmar Heß sowie unsere Freunde aus Weilburg-Ahausen.

 

Die Spritzen und Fahrzeuge

Der erste Spritzenwagen war eine von Hand gezogene Handspritze.

Im Jahre 1955 erhält die Löschgruppe eine Tragkraftspritze (TS 8). Der alte Spritzenwagen wird zum Mannschaftswagen umgebaut.

Die TS 8 wird wegen einem Defekt im Jahre 1959 erst 1960 durch eine neue TS8/8 ausgetauscht. Gleichzeitig erhält die Löschguppe einen Tragkraftspritzen-Anhänger (TSA).

1964 stellt die damalige Gemeinde Schönholthausen das erste motorgetriebene Fahrzeug, eine TSF-T (Tragkraftspritzenfahrzeug-Trupp) auf Basis des VW-Bully in Dienst.

(VW T1 Bully und Gruppe beim Leistungsnachweis 1981)

Das TSF-T wurde 1982 abgelöst von einem gebrauchten LF 8 – Opel Blitz, der von der Feuerwehr Lüdenscheid übernommen wurde. Der Opel Blitz sorgte in den Jahren in denen er im Dienst der Löschgruppe war für viel Diskussionsstoff! Wegen seines Alters und seiner Schwächen war er nicht nur in der Öffentlichkeit, sondern auch in der Politik ein konträres Thema.

(VW T1 und Opel Blitz  1982/1983)

Da 1988 die Löschgruppe Heggen einen neuen LF 8 – Unimog in Dienst stellte, übernahm die Löschgruppe Ostentrop den dort ausgemusterten LF 8 auf Mercedes-Fahrgestell.

Bereits ein Jahr später wurde das alte Heggener Fahrzeug von einem LF 16 – TS Magirus-Merkur ersetzt. Das schwere Fahrzeug aus dem Katastrophenschutz kam von der Feuerwehr Hagen und diente der Löschgruppe bis zum Jahr 2000.

Nach langen Gesprächen mit der Verwaltung und den politischen Gremien der Gemeinde Finnentrop konnte die Löschgruppe am 15.10.2000 ein nagelneues Fahrzeug in Dienst stellen. Anstelle eines im Brandschutzbedarfsplan vorgesehenen Tragkraftspritzenfahrzeug-Wasser (TSF-W) wurde ein Kleintank-Löschfahrzeug (KTLF) mit 1000 Liter Wassertank und einer eingebauten Hochdruckpumpe, Marke UDOR (70 l/min bei 40 bar) in Dienst gestellt.

Die Gerätehäuser

In der Nähe der alten Kapelle in der Ortsmitte Ostentrops befand sich ein kleines Spritzenhäuschen. In diesem war bis 1952/53 vermutlich die alte Handspritze und anschließend die TS 8 untergebracht.

Mit der Fertigstellung der neuen St.-Lucia-Kirche wurde die alte Ostentroper Kapelle als „Notunterkunft“ für die Feuerwehr umfunktioniert. So fand nicht nur der 1960 angeschaffte TSA seinen neuen Standort, auch die Jahreshauptversammlungen 1955 und 1956 fanden in der Kapelle statt.

Erst auf Anraten des Bürgermeisters Bernhard Melcher aus Schönholthausen, wurde 1960 am alten Schulgebäude im Falker ein neues Gerätehaus gebaut. Neben einem Stellplatz für den TSA und später für den TSF-T war dort auch ein Mannschafts- und Schulungsraum vorhanden.

Als in der neuen Schule (Im Falker 9) in den 70er Jahren der Schulbetrieb eingestellt wurde, suchte man für das Gebäude eine neue Verwendung.

1982 bezog die Löschgruppe einen Teil des Gebäudes. Dafür wurde die alte Pausenhalle zum Fahrzeugraum und das ehemalige Lehrerzimmer zum Schulungsraum umgebaut.

Nach Umbauarbeiten nahm 1983 der Kindergarten des am 28. Mai 1979 gegründeten „Kindergarten-Elternverein Ostentrop/Schönholthausen e.V.“ im restlichen Gebäude mit seinen früheren drei Klassenräumen, der Turnhalle und der Lehrküche den Betrieb auf. Bis heute pflegen Feuerwehr und Kindergarten eine gute Nachbarschaft.

Im Jahr 2006 wurde das Gerätehaus um einen Umkleideraum und einen Werkstatt-/Funkraum angebaut. Dabei wurde auch die Fläche der vorhandenen Küche vergrößert. Die Einweihung des Anbaus soll mit einem Festakt im Frühjahr 2007 gefeiert werden.

Die Standarte

1967 wurde eine Standarte für die Löschgruppe angeschafft. Die Standarte der Löschgruppe wurde am 1. Mai 1967 von Pastor Püttmann geweiht.

 

Die Löschgruppe (Stand März 2009)

Die Löschgruppe Ostentrop besteht aus 25 aktiven Feuerwehrkameraden.
Sechs Mitglieder gehören der Alters- und Ehrenabteilung an. 7 Jugendliche sind Mitglieder der Jugendfeuerwehr.

Opel1_38

(Löschgruppe Ostentrop bei der Besichtigung der Opel AG im Jahr 1988)

FFO Gruppenfoto 1994_38 (Kopie)

(Löschgruppe Ostentrop im Jahr 1994)

2008(Löschgruppe Ostentrop im Jahr 2008)

(Löschgruppe Ostentrop im Jahr 2017)

Der Freundeskreis der Feuerwehr Ostentrop

Im Herbst 1999 wird der Freundeskreis der Feuerwehr Ostentrop ins Leben gerufen. Am
1. Januar 2007 zählt er 96 fördernde Mitglieder, die mit ihren Beiträgen so manche Anschaffung ermöglichen, die aus der Gemeindekasse nicht finanziert würden.

Besondere Einsätze

Auszüge aus dem Protokollbuch der Löschgruppe sind kursiv gedruckt.

  • Am 2. September 1968 brannte erstmals wieder seit 1891 (Wichtmann, Theodor) ein Haus. Es war das landwirtschaftliche Anwesen des Landwirts Hubert Bender aus Ostentrop, Haus Nr. 23 Oberdorf.

Laut Zeitungsbericht fing der Bauernhof Bender 1968 Feuer, als Anstreicher mit einer Lötlampe alte Farbreste unter dem Dachgiebel des Gebäudes abbrennen wollten. Auf dem Dachboden war Heu gelagert und so griff das Feuer schnell um sich. Der Schaden an dem zum großen Teil niedergebrannten Hofgebäude, in dem sich Wohnung, Stall und Scheune befanden, wurde auf rund 80.000 DM geschätzt.

  • 20.6.70
    Am Deutschen Feuerwehrtag in Münster nahmen 9 Kameraden teil. Nachdem unser Omnibus von Münster gegen 22 Uhr wieder in Ostentrop eintraf, brannte bereits ¼ Stunde das Gehöft des Bauern Wilhelm Hachen. Dieses Geschick war dem Gehöft im Verlaufe der Kriegshandlungen vor 25 Jahren bereits einmal widerfahren.

Der Schaden des zerstörten Hauptgebäudes des Gehöftes Wilhelm Hachen wurde auf rund 100.000 DM geschätzt. Die Brandursache war am Tag des Zeitungsberichts unklar.

  • 12.8.1971
    Um 17.35 Uhr wurde von der Gastwirtschaft Alfred Henke ein Brand im Bahnhofsgebäude Deutmecke gemeldet.

Die Zeitung berichtete, Kinder hätten auf dem Dachboden des ehemaligen  Bahnhofgebäudes mit Feuer gespielt und dabei den Brand verursacht, der den gesamten Dachstuhl vernichtete. Laut Schätzung betrug der Schaden 30.000 DM.

5.5.75
Brand des Wohngebäudes mit angebauter Scheune von Hubert Schulte in Ostentrop Das vermutlich durch spielende Kinder entfachte Feuer griff von der Scheune auf das Dach des Wohngebäudes über. Durch die leicht brennbare Dachabdeckung … stand binnen kurzer Zeit der gesamte Dachstuhl in Flammen

Im März 1986 brannte im Falker der Dachstuhl des Wohnhauses von Werner Tillmann nieder. Bis dato war auf seinem Dach die Feuerwehrsirene installiert. Das Besondere war, dass die Sirene während ihres letzten Alarms den Dienst versagte, weil durch das Feuer der Motor überhitzte.

Eine neue Sirene E57 wurde danach auf dem Dach des Kindergartens angebracht, wo sie auch heute noch ihren Dienst versieht.

Am 15.09.2008 kam es erstmals nach 22 Jahren wieder zu einem Wohnhausbrand in Ostentrop. Um 18:40 Uhr werden die Löschgruppen Ostentrop, Schönholthausen und Fretter über Sirene zunächst zu einem Carportbrand bei Edwin Tönnesmann im Falker gerufen. Bei Eintreffen der LG Ostentrop hatte das wütende Feuer bereits auf das angrenzende Wohnhaus übergegriffen – es kam neben Carport und PKW noch zum Dachstuhlbrand. Im Einsatz waren die Löschgruppen aus Ostentrop, Schönholthausen, Fretter, Serkenrode, Lenhausen, Rönkhausen, Bamenohl, Attendorn (GW-Atemschutz, Wärmebildkamera) sowie das DRK Finnentrop. Eine Brandwache unserer Löschgruppe blieb noch die ganze Nacht bis 8:00 Uhr an der Einsatzstelle. Da sich Löschgruppenführer Meinolf Schröder in dieser Woche im Urlaub befand, leitete Oberbrandmeister Jan Wichert den Einsatz.

Laut Brandgutachter der Polizei entzündete sich das Feuer im Motorraum des im Carport abgestellten PKW Typ VW Polo. Der Schaden beläuft sich auf ca. 250.000 Euro.

ENDE

Meinolf Schröder / Martin Hageböck / Florian Schröder